Patientenverfügung

Schließlich sollen Sie für sich selbst bestimmen, wo die Grenzen medizinischer Behandlungen liegen. Und niemand sonst.

Kurzinformation

Die Patientenverfügung ist die schriftliche Erklärung, dass in einer bestimmten Krankheitssituation bestimmte medizinische lebenserhaltende Maßnahmen nicht mehr durchgeführt werden. Die verbindliche Patientenverfügung muss unter Beiziehung eines Arztes einerseits und eines Notars, Rechtsanwaltes oder rechtskundigen Mitarbeiters der Patientenvertretung andererseits errichtet werden. Wenn alle diese Formvorschriften eingehalten werden, ist die Patientenverfügung fünf Jahre lang verbindlich für den jeweiligen behandelnden Arzt.

Jede Patientenverfügung, die bei einem Notar errichtet wird, kann auf Wunsch in das Patientenverfügungsregister des österreichischen Notariats eingetragen werden. Dieses Register wird von der Österreichischen Notariatskammer in Kooperation mit dem Österreichischen Roten Kreuz geführt.

Checkliste

  • Bevor sie sich über die Errichtung einer Patientenverfügung Gedanken machen, sollten Sie sich vergewissern, dass diese auch das richtige Instrument für sie ist.
  • Warum möchten Sie eine Patientenverfügung errichten?
  • Gibt es einen konkreten Anlass?
  • Liegt eine konkrete Erkrankung vor?
  • Haben Sie sich Gedanken darüber gemacht, dass eine Vorsorgevollmacht, in der Sie eine Person benennen, die im Notfall für Sie Entscheidungen treffen kann, auch eine Möglichkeit der Selbstbestimmung ist?

 

 

Arbeitsschritte des Notars

Der Notar kann nach Ihrem Beratungsgespräch mit dem Arzt Ihrer Patientenverfügung Form geben. Wenn Sie die Patientenverfügung in Form einer verbindlichen Patientenverfügung errichten wollen, ist der Gang zum Notar, Rechtsanwalt oder Patientenanwalt Teil des Vorgangs.

Im Anschluss kann der Notar Ihre Patientenverfügung im Patientenverfügungsregister des österreichischen Notariats registrieren. Das heißt: Es kann im Notfall von der behandelnden, zur Abfrage berechtigten, Krankenanstalt über das Rote Kreuz sofort abgefragt werden, ob von Ihnen eine Patientenverfügung vorliegt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Patientenverfügungsregister des österreichischen Notariats?
Das Patientenverfügungsregister des österreichischen Notariats wird von der Österreichischen Notariatskammer in Kooperation mit dem Österreichischen Roten Kreuz geführt. Über eine 24 Stunden-Telefon-Hotline des Österreichischen Roten Kreuzes steht das Patientenverfügungsregister des österreichischen Notariats den Krankenhäusern rund um die Uhr zur Verfügung. Das heißt: Es kann im Notfall jederzeit von berechtigten Krankenanstalten abgefragt werden, ob von Ihnen eine Patientenverfügung vorliegt. Wenn Ihre Patientenverfügung in diesem Register eingetragen ist, können Sie davon ausgehen, dass diese bei einer Abfrage bekannt wird.
Was ist der Unterschied zwischen einer "beachtlichen" und einer "verbindlichen" Patientenverfügung?
Die beachtliche Patientenverfügung ist eine Orientierungshilfe für den behandelnden Arzt. Der Arzt ist aber nicht streng an den Inhalt gebunden, sondern hat bei der Behandlung einen Interpretationsspielraum. Dieser Spielraum ist jedoch immer im Sinne dessen auszulegen, was der Patient in seiner Verfügung festgelegt hat. Die verbindliche Patientenverfügung ist für den behandelnden Arzt verpflichtend. Damit haben Sie die größtmögliche Sicherheit, dass genau das befolgt wird, was Sie in der Patientenverfügung formuliert haben. Die verbindliche Patientenverfügung kann nur schriftlich und nach vorangegangener Aufklärung durch einen Arzt bei Ihrem Notar oder einem Patientenanwalt oder Rechtsanwalt errichtet werden.
Was kostet eine Patientenverfügung?
Die Kosten für die Errichtung einer Patientenverfügung hängt vom jeweiligen Fall ab. Sprechen Sie mit Ihrem Notar, wie er Ihnen behilflich sein kann. Ein Risiko gehen Sie damit in keinem Fall ein: Denn die erste Rechtsauskunft ist immer kostenlos. Hier gilt es, auch die Kosten für das Bertgunsgespräch mit Ihrem Arzt zu berücksichtigen.
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